Die ENM ist eine genetisch bedingte Krankheit beim Kooikerhondje. Sie führt zu einer fortschreitenden Degeneration des Nervensystems, bei der vor allem die weisse Substanz des Knochenmarks im Hals betroffen ist. Dies führt zu einer Lähmung, die an den Hinterläufen beginnt und letztlich zum Tode führt. Erste Symptome zeigen sich zwischen dem dritten und zwölftem Lebensmonat.
Gesundheit
Das Kooikerhondje ist eine robuste Hunderasse mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung zwischen 12 und 14 Jahren. Dennoch kommen einige Erkrankungen vor und stehen deshalb auch im Fokus einer verantwortungs-vollen Zucht.
Die Elterntiere werden gewissenhaft auf die unten aufgeführten Erbkrankheiten untersucht. Von äusserster Wichtigkeit ist es, die gesundheitlichen Defizite einer Blutlinie zu kennen, damit der geeignete Partner ge-funden werden kann, der nicht dasselbe Defizit besitzt.
Erbliche nekrotisierende Myelopathie (ENM)
Katarakt
Der Katarakt, umgangssprachlich grauer Star, ist eine Trübung der Linse im Auge. Diese Trübung lässt die Linse weiss oder gräulich erscheinen. Normalerweise ist die Linse klar wie eine Glasscheibe. Die Linse hat die Aufgabe, das ins Auge einfallende Licht zu bündeln und dadurch ein scharfes Bild auf die Netzhaut zu projizieren. Hat ein Hund einen grauen Star, wird das Sehen schlecht. Oft laufen die Tiere in Gegenstände und sind unsicher.
Van Willebrand (vWD)
Van Willebrand (vWD) ist eine häufig vererbte Blutgerinnungsstörung von unterschiedlichem Schweregrad, die aus einem defekten oder gar fehlenden van Willebrand Faktor (vWD) im Blut resultiert. Der vWD ist ein wichtiger Faktor der Blutgerinnung. Ein fehlender oder defekter vWD hat zur Folge, dass der betroffene Hund bei Verletzungen sehr lange nachbluten und unter Umständen verbluten. Typische Anzeichen sind wiederholte Magen-Darm-Blutungen, Nasenbluten, Zahnfleischbluten, verlängerte Blutung bei der Läufigkeit, Lahmheiten durch Blutungen in den Gelenken oder nach Operationen.
Dank pflichtbewusster Selektion tritt die VWD-Krankheit im Kooikerhondje kaum mehr auf.
Patella
Die Patellaluxation (PL) ist eine Verlagerung der Kniescheibe aus ihrer Gleitrinne im Oberschenkelknochen. Die Ursache für die Entstehung der Erkrankung ist nicht vollständig geklärt. Eine zu flach ausgebildete Gleitrinne und Abweichungen in der Knochenachse zwischen Ober- und Unterschenkel stehen häufig in Verbindung mit Luxationen der Kniescheibe. Die Erkrankung ist meist nicht von Geburt an vorhanden, sondern entwickelt sich während des Wachstums innerhalb des ersten Lebensjahres. Bei frühem Erkennen kann man mit einer entsprechenden Behandlung den Hunden helfen.
Polymyositis
Polymyositis (PM) ist eine Autoimmunerkrankung, die eine chronische Entzündung eines oder mehrerer Muskeln verursacht. Der Verlauf der Krankheit ist sehr verschieden. Oft erkranken die Kooikerhondjes schon im jungen Alter. Erste Symptome können Schluck- oder Essstörungen sein, bei älteren Hunden treten aber auch oft Probleme am Bewegungsapparat auf.
Häufige Symptome sind Kraftverlust, insbesondere der rumpfnahen Muskulatur, Abgeschlagenheit und Laufschwäche bis zur Laufverweigerung. Die Hunde sind total erschöpft und wollen nicht mehr spielen, springen und spazieren gehen. Oftmals gehen sie mit einem gekrümmten Rücken oder steifem Gang.
Auch Schluckstörungen, vermehrter Speichelfluss, Erbrechen meist ohne die üblichen Pumpbewegungen, Geräusche und Fieber können auftreten. Erkrankte Kooiker verschlucken sich z.B. mehr als üblich beim Trinken , oder verweigern das Fressen, insbesondere hartes Futter und getrocknete Knabbereien.
Da diese Symptome auch oft bei anderen Erkrankungen auftreten, sind zusätzliche Bluttests für Muskelenzyme (CPK/CK), ein EMG und eine Muskelbiopsie für die Diagnose erforderlich.
Niereninsuffizienz
Auch bei Kooikerhondje kommt die Niereninsuffizienz häufiger vor. Bei Nierenschwäche nimmt die Nierenfunktion ab, die Niere filtert Giftstoffe aus dem Hundekörper und reguliert den Wasser- und Salzhaushalt, bevor Urin ausgeschieden wird. Sie beeinflusst den Blutdruck und ist an der Blutbildung beteiligt.
Eine Nierenschwäche entwickelt sich in der Regel langsam über Monate oder Jahre (chronische Nierenschwäche). Es kann jedoch auch zu einem plötzlichen Auftreten kommen (akute Nierenschwäche), zum Beispiel durch den Verzehr von Gift oder schädlichen Substanzen. Bei einer Nierenschwäche kann der Körper die Giftstoffe nicht ausreichend ausscheiden und es entwickelt sich allmählich eine Harnvergiftung (Urämie). Der Körper verliert auch zu viel Wasser und trocknet aus.